Verzauberter Orient: Usbekistan

2. November 2018 at 10:45

Zugegeben, wer an Urlaub denkt, denkt nicht sofort an Usbekistan. Tatsächlich ist der Staat in Zentralasien nicht gerade ein klassisches Reiseziel. Eigentlich verwunderlich, denn Usbekistan hat unglaublich viel zu bieten.

Wer sich einmal wie in 1000 und einer Nacht fühlen möchte, ist bei diesem Staat genau an der richtigen Adresse. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt, um sich in eine andere Zeit und in eine ganz andere Kultur wiederzufinden. Überall sind Minarette zu sehen, die von einer ganz anderen Zeit zeugen. Alles ist orientalisch angehaucht, wodurch ein ganz besonderer Zauber entsteht.

Dabei ist in Usbekistan, ein Staat, der im Norden an Kasachstan, im Süden an Turkmenistan und Afghanistan grenzt, vielmehr eine Mischung aus Osteuropa und dem Orient. Osteuropäische Plattenbauten wechseln sich ab mit orientalischen Gebäuden, die an 1000 und eine Nacht erinnern. Die Mischung macht nicht nur den Look der Stadt aus, sondern auch der Menschen und der Kultur, die es vor Ort zu bewundern gibt.

Der Islam ist zwar die vorherrschende Religion, tritt aber nicht sonderlich stark in Erscheinung. Frauen müssen beispielsweise keine Kopftücher tragen, es gibt kein Alkoholverbot während des Ramadans und Restaurants haben durchgehend geöffnet. Angemessen kleiden sollte man sich als Tourist aber dennoch, denn ein bisschen Angepasstheit ans Reiseland macht immer Sinn.

Heute wollen wir euch verraten, welche Highlights es in Usbekistan zu sehen gibt und werfen deswegen einen Blick auf den kleinen, aber feinen Staat, der in nächster Zeit noch stark von sich überzeugen wird. Wer also jetzt schon nach Usbekistan reist, tut es vor allen anderen Touristen und kann das wahre Land noch kennenlernen, ohne dass zu viele touristische Einflüsse von sich überzeugen können. Vorhang auf für eine Reise in den nicht so fernen Orient!

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Usbekistan – Orient und Osteuropa in einem!

Rund 71 Prozent der Bewohner sind Usbeken, die anderen kleineren Anteile setzen sich aus Tadschiken, Russen, Kasachen und anderen Minderheiten zusammen. Daraus entsteht ein buntes Stadtbild, das durch vielerlei Kulturen geprägt wird. Die Landessprache ist Usbekisch, doch viele Leute sprechen auch Russisch, Tadschikisch oder eben Englisch. Aufgrund der englischen Sprache vor Ort kann man sich als Tourist sehr gut verständigen. Arabisch wird außerdem auch gesprochen, da in den Koranschulen ausschließlich in Arabisch unterrichtet wird.

Usbekistan ist ein erstaunlich armer Staat, auch wenn es Bodenschätze wie Gold, Erdgas, Kupfer und Uran gibt. Das liegt daran, dass das ehemalige Staatsoberhaupt Islom Karimov mit eiserner Hand regiert hat. Hier wurde nichts gefördert und das autoritäre Regime mischte sich in alles ein. Doch die Zeiten sich seit 2016 vorbei und so blüht der Staat nach und nach auf.

Viele Menschen leben von der Landwirtschaft. Baumwolle wird hier geerntet und überall sind die plüschigen, weißen Sträucher zu sehen, an denen von Hand gepflückt wird. Melonen, Nüsse und Gewürze gibt es vor Ort aber auch. Gerade Gewürze sind dabei ein tolles Mitbringsel für die Daheimgebliebenen, denn nirgends gibt es wohl so viele verschiedene Gewürze wie hier.

Wer es sich leisten kann, kann auch auf Seide setzen. Seide gelangt über die Seidenstraße nach Usbekistan und ist vor Ort weit verbreitet. Sagenhafte Kleider werden daraus erschaffen und die Meterpreise für Seide sind sehr günstig. Wer also vor hat, sich demnächst etwas nähen zu lassen, sollte zugreifen und den Stoff meterweise mit nach Hause nehmen.

Sehenswürdigkeiten in Usbekistan

Ungebrochenen Einfluss hat der prachtvolle Registan in Samarkand, einer der bedeutendsten Plätze in Mittelasien. Er gilt als Wahrzeichen der Stadt und nicht umsonst zum Weltkulturerbe. Der Platz ist ein Meisterwerk der Geometrie mit seinen wuchtigen, monumentalen Bauten, die ringsherum um den Platz stehen.

Einst war er Marktplatz, Verkündigungs- und Hinrichtungsort der islamischen Welt und könnte heute verglichen werden mit dem Petersplatz im Vatikan. Umgeben ist er von drei quadratischen Medressen (Koranschulen), die wunderschön in den Abendstunden leuchten. Man kann sich gut vorstellen, wie das Leben von Händlern und Bewohnern sich auf diesem Platz vor hunderten von Jahren abgespielt haben muss.

Alle Händler kamen früher durch diesen Platz, denn der sagenumwobene Handelsweg durchzieht das ganze Land und kommt eben auch an diesem Platz vorbei. Ganz automatisch denkt man beim Anblick des Registan sofort an 1000 und eine Nacht. Die Gebäude sind traumhaft und man fühlt sich einfach in eine andere Zeit versetzt.

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Generell lohnt es sich die Seidenstraße zu begehen, denn an ihr entlang befinden sich viele Basare und berühmte Orte. Ein buntes Treiben regt sich auf der Straße, auch wenn ihr euch etwas abseits bewegt. Viele Teile des Landes sind allerdings noch nicht erschlossen.

Die Wildnis ist trist und trocken. Wer einen Ausflug in die Wildnis plant, sollte sie nur geführt durchführen. Wasser ist nämlich knapp und so sollte immer ein erfahrener Führer mit vor Ort sein. Steppe und Wüste wechseln sich ab. Alte Nomadenvölker leben hier leider nicht mehr, denn auch für sie ist es mittlerweile zu trocken geworden.

Wer wissen will, wie die Völker früher in der Wüste überlebt haben, kann eine Übernachtung in einem Jurten- Camp buchen. Für Besucher wurden diese extra in der Kysylkum- Wüste in der Nähe des Aydarkul Sees errichtet. Dort stehen die traditionellen runden Zelte, die schon von Weitem zu sehen sind.

Sie bringen euch eine unvergessliche Nacht unter Sternen, in der trockenen Wüste, in der es nachts tatsächlich ganz schön kalt werden kann. 1000 und eine Nacht habt ihr dann live bei euch – so viele Sterne werdet ihr garantiert nie wieder sehen.

Die Oasenstadt Chiwa bietet euch einen traumhaften, orientalischen Flair mit wunderschönen Gebäuden, die sich entlang einer Straße ziehen. Hier gibt es einen Basar, fliegende Händler und überall kleine Leckereien zu entdecken. Chiwa befindet sich im Nordwesten des Staates und ist eine Tagesreise alle Male wert.

Essen im fernen Staat

Die Restaurants haben während das Ramadans keine geänderten Öffnungszeiten, was den Touristen zu Gute kommt. So müsst ihr euch nicht darum kümmern, welches die beste Reisezeit für einen Urlaub in Usbekistan ist, sondern könnt jederzeit dorthin fliegen.

Die Speisekarten in den meisten Restaurants sind überschaubar. Das Nationalgericht ist Plov, ein Gericht aus Reis, Fleisch und Zwiebeln. Es wird auch Pilaw im persischen Raum genannt. Die Usbeken essen ist zu jeder Tages- und Nachtzeit. Dabei wird es einmal morgens zubereitet und den ganzen Tag gereicht. Angeblich soll Alexander der Große das Gericht erfunden haben, weil er etwas suchte, was nur einmal zubereitet und den ganzen Tag gegessen werden konnte.

Auf den Basaren gibt es vielerlei leckere Dinge. Von getrocknetem Obst über frische Speisen mit Reis, Fisch und Fleisch ist alles zu bekommen. Auch Süßigkeiten und verschiedene Obstsorten gibt es viele. Hier könnt ihr beherzt zugreifen und euch einfach treiben lassen.

Safran ist ein Gewürz, das vor Ort angebaut wird und immer auf Basaren zu finden ist. Das teuerste Gewürz der Welt ist sehr beliebt. Mit ihm wird vor Ort viel gekocht, aber es stellt auch ein tolles Mitbringsel für Zuhause dar. Die aufwendige Ernte macht Safran zu einem sehr teuren Gewürz. Bis zu 15.000 Euro kostet ein Kilo auf dem Weltmarkt. Vor Ort ist es aber günstiger.

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Wie am besten nach Usbekistan reisen?

Die Frage stellt ich immer wieder: Lieber allein oder in der Gruppe reisen? Generell ist die Reise in der Gruppe bequemer. Ein Gruppenführer ist immer anwesend, spricht die Sprache und kann sich grundsätzlich verständigen.

Er plant den Urlaub, ihr müsst euch nur anschließend. Individuelle Ausflüge können dazu gebucht werden und ihr müsst euch nicht darum kümmern. Wer alleine reist, könnte Verständigungsprobleme bekommen. Wer jedoch die Sprache gut spricht, braucht sich keine Sorgen machen und kann selbst für alles sorgen.

Die beste Reisezeit nach Usbekistan ist von Mai bis Juni und von September bis November. In dieser Zeit ist das Wetter angenehm mild, sodass man auch ohne Sonnenschirm in die Sonne gehen kann. Wer nur einen Monat früher oder später dran ist, wird mit einer unerträglich Hitze zu kämpfen haben, denn Usbekistan ist ein sehr heißer Staat.